Jan Korte, MdB (DIE LINKE) (www.jan-korte.de)

„Die Opfer sind überhaupt nicht bei uns präsent!“

Der deutsche Vernichtungskrieg im Osten - Woran erinnern? Wessen Gedenken? - Podiumsdiskussion

18.10.2019

Der Vernichtungskrieg der Nazis in Ostmitteleuropa hinterließ eine unvorstellbare Spur menschlichen Leids und traumatisierte nachkommende Generationen der Opfer. Beschämend wenig ist davon in der heutigen deutschen Öffentlichkeit bekannt. Obwohl CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart haben „bisher weniger beachtete Opfergruppen des Nationalsozialismus“ anzuerkennen, ihre Geschichte aufarbeiten zu wollen und „in der Hauptstadt das Gedenken an die Opfer des deutschen Vernichtungskrieges im Osten im Dialog mit den osteuropäischen Nachbarn“ zu stärken, ist DIE LINKE im Bundestag bisher die einzige Fraktion, die das Thema aufgegriffen und einen entsprechenden Antrag (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/049/1904917.pdf) vorgelegt hat.

Deshalb war es gut, dass gestern Abend im Ort der Information des Denkmals für die ermordeten Juden Europas die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion „Der deutsche Vernichtungskrieg im Osten – Woran erinnern? Wessen Gedenken?“ stattfand und sehr gut besucht war. Und die Diskussion war ziemlich spannend. Gleich zu Beginn brachte Uwe Neumärker, der Direktor der Stiftung Denkmal, in seiner Begrüßung auf den Punkt, worum es erinnerungspolitisch jetzt gehen muss:
Wir brauchen kein nationalisiertes Gedenken etwa in Form eines Polendenkmals, sondern einen Gedenkort für alle Opfer des NS-Vernichtungskrieges, der sich der Aufklärung verpflichtet fühlt. Neumärkers Vorschlag für ein Dokumentationszentrum der deutschen Besatzungsherrschaft von 1939-1945, in dem umfassend die jeweilige Spezifik in den überfallenden Ländern dargestellt wird, stieß dabei auf viel Zustimmung. In seinem Beitrag machte Jan Korte deutlich, dass selbstverständlich eine angemessene Lösung zeitnah gefunden werden kann. Dafür müsse aber jetzt die Debatte endlich auch im Parlament geführt und der politische Wille, die Vereinbarung im Koalitionsvertrag umsetzen zu wollen, insbesondere auf Seiten der SPD erkennbar werden.

Hilfsmaßnahmen von Bund und Ländern in der Corona-Krise

Viele sind hart von Ausgangsbeschränkungen betroffen oder haben von der Corona-Krise ausgelöste wirtschaftliche Probleme. Eine von meinem niedersächsischen Bundestagskollegen Victor Perli erstellte Liste von verschiedenen Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen haben wir für Sachsen-Anhalt überarbeitet. Vielleicht findet der eine und die andere hier einen Tipp zum Umgang mit der schwierigen Situation.
Lesenswert
  • 17.04.2020, Themen

    Das Dogma der Privatisierungen ist vorbei

    Diese Krise wird irgendwann vorbeigehen, und man muss jetzt damit beginnen, sich einen Kopf darüber zu machen, wie wir am Beispiel des Gesundheitssystems eine neue Ära der Entprivatisierung einleiten können. Das Dogma der Privatisierung – ich denke, das haben jetzt alle begriffen – dieser Dreck ist vorbei. Wie können wir dann zum Beispiel den gesamten Gesundheitssektor wieder vollständig in staatliche Hand überführen? Ich finde, das ist die große Chance. Mein Interview in der ersten deutschsprachigen Jacobin Magazin-Ausgabe gibt es hier:
Presseecho
  • 11.06.2020, Presseecho

    Den Begriff "Rasse" aus dem Grundgesetz streichen

    Nur rassistische Theorien gehen von der Annahme aus, dass es unterschiedliche menschliche ‘Rassen’ gebe. Es ist deshalb völlig richtig und schon lange eine Forderung von Menschenrechtlern und der Linken, dass der Begriff im Grundgesetz gestrichen wird. Dabei darf allerdings nicht das Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes, das ja eine direkte Konsequenz aus der rassistischen Ideologie und monströsen Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus ist, verwässert werden.
Vernetzt
Zum Seitenanfang springen, Zur Navigation springen, Zum Inhalt springen, Suche.