Jan Korte, MdB (DIE LINKE) (www.jan-korte.de)

Gesetzentwurf zum Beschäftigtendatenschutz legalisiert Überwachung

14.01.2013

"Dieser Gesetzentwurf geht vollkommen an den Bedürfnissen und Realitäten der Beschäftigten vorbei und dient einzig den Interessen von Unternehmern, die sich den gläsernen Mitarbeiter wünschen. Anstatt die Daten der Beschäftigten zu schützen, legalisiert der schwarz-gelbe Gesetzentwurf deren Überwachung und geht dabei zum Teil weit hinter geltendes Recht zurück", erklärt Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE. Korte weiter:

"Die Koalitionsfraktionen ignorieren damit die Proteste von hunderten Betriebs- und Personalratsgremien, die zu Recht gefordert hatten, diesen Entwurf zu beerdigen. Angesichts der nun vorgelegten eher redaktionellen Änderungen stellt sich schon die Frage, warum die Bundesregierung sachverständige Experten überhaupt anhört oder sich zu Gesprächen mit Gewerkschaften trifft, wenn am Ende überhaupt nicht auf deren Kritik eingegangen wird.

Sollte dieser Gesetzentwurf beschlossen werden, würde sich die datenschutzrechtliche Situation der Beschäftigten grundlegend und erheblich verschlechtern. Es ist daher an Heuchelei kaum zu überbieten, wenn sich jetzt Koalitionsvertreter hinstellen und diese Lizenz zur Überwachungsausweitung auch noch als Datenschutzfortschritt feiern.

Mehr Sicherheit schafft der Gesetzentwurf nur für die Arbeitgeber, die nach dem Willen von Union und FDP fortan 'Rechtssicherheit' beim Ausspionieren ihrer Beschäftigten genießen sollen: Bei der offenen Videoüberwachung unter dem Vorwand der 'Qualitätssicherung', der ärztlichen Ermittlung von Gesundheitsdaten im laufenden Beschäftigungsverhältnis, bei anlasslosen E-Mail- und Internet-Screenings oder bei der Erstellung von Persönlichkeitsprofilen der Mitarbeiter auf Vorrat, um nur einige Beispiele zu nennen.

Nur ein breiter gesellschaftlicher Protest von Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräten, Datenschützern und der Opposition kann diesen massiven Angriff auf die Arbeitnehmerrechte noch abwehren. DIE LINKE wird ihren Teil dazu beitragen."

"Die Verantwortung der Linken"

Seit einigen Jahren gibt es in der Linken – ob es nun Mitglieder der SPD, der Grünen, der Linken oder parteilose Bewegungslinke sind – immer wieder Debatten darum, was der richtige Weg sei. In diesen Konflikt greift Jan Korte ein und stellt harte Forderungen auf.
Lesenswert
Presseecho
  • 21.02.2020, Bürgerrechte und Demokratie

    "Verfassungsschutz darf verschlüsselte Kommunikation überwachen"

    Nach Plänen aus dem Bundesinnenministerium will die Bundesregierung dem Verfassungsschutz in Zukunft erlauben, verschlüsselte Kommunikation zu überwachen und Computer von möglichen Extremisten zu durchforsten. Insbesondere Armin Schuster (CDU), der als Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums eigentlich für die Kontrolle der Geheimdienste zuständig ist, setzt sich besonders für die massive Ausweitung der Überwachungsbefugnisse ein ...
Vernetzt
Zum Seitenanfang springen, Zur Navigation springen, Zum Inhalt springen, Suche.