Jan Korte, MdB (DIE LINKE) (www.jan-korte.de)

Zum Tod von Ludwig Baumann

05.07.2018

Die Nachricht vom Tod Ludwig Baumanns erfüllt mich mit tiefer Trauer. Ludwig war ein guter Freund und wichtiger Mitkämpfer. Seinem Leitgedanken ‚Wenn mehr den Krieg verraten hätten, hätten viele Millionen Menschen weniger zu sterben brauchen‘ kann sich jeder Mensch, der für den Frieden und gegen den Krieg aufsteht, uneingeschränkt anschließen. Ludwig hat sich mit seiner Desertion aus der verbrecherischen Wehrmacht gegen das Morden in Europa gestellt. Er wurde als Wehrmachtsdeserteur zunächst zum Tode verurteilt, hat den Faschismus überlebt und wurde jahrzehntelang in der BRD ausgegrenzt.

Mit seiner Geschichte und seinem Engagement für die pauschale Rehabilitierung sogenannter Wehrmachtsdeserteure und Kriegsverräter wurde er selbst zu einer Symbolfigur. 1990 versammelten sich gerade noch 37 Überlebende Deserteure und Kriegsverräter, um die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz zu gründen. Seither konnten Ludwig und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter viele, auch schmerzhafte Kämpfe zur Aufarbeitung im wiedervereinigten Deutschland anstoßen und schließlich auch gewinnen.

In meinem politischen Leben war es die bewegendste Zeit und es erfüllt mich mit großer Ehre, mit diesem so außergewöhnlichen Menschen zusammen gekämpft zu haben. Wir werden ihn nicht vergessen.

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Über Leben und Wirken von Ludwig schreibt Spiegel-Online: "Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann ist tot" 

"Wenn Politik nicht mitnimmt"

Wenn eine Regierung sich nicht traut, den Konzernen auf die Füße zu treten, kommt genau das dabei heraus: Ein Schulterklopfer von der hardcore-neoliberalen Bertelsmann-Stiftung, mehr nicht. Die Große Koalition hat viele kleine Baustellen notdürftig geflickt, sich aber vor der Lösung der großen Probleme gedrückt.
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    "Würdiger Umgang mit Spee-Kapitän Langsdorff gefordert"

    Während Menschen wie Spee-Kapitän Langsdorff, die sich schon früh dem Irrsinn des NS-Vernichtungskrieges verweigerten und durch ihr Handeln viele Menschen retteten, bislang für die Bundeswehr als rotes Tuch gelten, werden andere, die für die mörderische Tradition der Marine stehen, immer noch geehrt. Die Traditionspflege der Bundeswehr muss dringend reformiert und endlich Antimilitaristen, Deserteure und Kriegsverräter, die sich dem NS-Vernichtungskrieg verweigerten, beispielgebend für die Bundeswehr werden.
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