Jan Korte, MdB (DIE LINKE) (www.jan-korte.de)

"Hier, drüben, verstehen und nicht aufgeben"

21.02.2013
Daniel Bartsch

Rezension von Daniel Bartsch zu Jan Kortes Buch "Geh doch rüber - Feinste Beobachtungen aus Ost und West"

Rituale und Eigenheiten unbekannter Kulturen bergen eine Menge Potenzial für Missverständnisse, sind in der Regel aber vergnügliche Momente beginnender Verständigung. Es braucht auch keine »Mauer in den Köpfen», um festzustellen, dass sich hier (im Osten) und da (im Westen) im Laufe der Jahrzehnte die Dinge zuweilen anders entwickelten, liebevoll so manche Bräuche gepflegt werden.

Als ich mit meiner Frau vor Jahren in ihrer Heimat Sauerland dem als Schützenfest getarnten Ereignis namens Massenbesäufnis mit Uniform beiwohnen durfte, dachte ich nur: »Das müsste man mal aufschreiben, sonst glaubt’s drüben keiner!»

Auf eine sehr liebevolle, augenzwinkernde Art hat dies jetzt Jan Korte getan. Korte ist Bundestagsabgeordneter für DIE LINKE, gebürtig in Osnabrück (Westen) 2009 direkt in den Bundestag gewählt in Anhalt, mitten in Sachsen-Anhalt (Osten). In seinem aktuellen Buch »Geh doch rüber – Feinste Beobachtungen aus Ost und West» berichtet der studierte Politikwissenschaftler über allerlei Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die er bei seinen Mitmenschen im geeinten Land beobachten konnte. Das beginnt bei der Aussprache des eigenen Vornamens und endet noch lange nicht bei der Wirkung von Gitarrenmusik.

Der »Jahn» (Aussprache Ost) hatte es nicht gerade leicht, als er seinen politischen Lebensmittelpunkt in den wilden Osten verlegte. Der Jan (Aussprache West) hat die kleinen Klippen alle gemeistert – und kann nun gelassen und sich angenehm selbst auf die Schippe nehmend seine Erlebnisse reflektieren.

Seine Art, Leserinnen und Leser seines Buches daran teilhaben zu lassen, wie er die Bedeutung des Handschlags bei der Begrüßung in Ost und West unterschiedlich erlebt; im Osten bereitwillig lernt und im Westen mit frisch Erlerntem als arrogant und überheblich auffällt, lassen einen genüsslich schmunzeln – mit ihm. Seinen Wahlkampfbus Barkas B1000 auch mit »B Eintausend» zu betiteln, statt, wie im Osten üblich als  »B Tausend», lässt einen genüsslich schmunzeln – über ihn.

Natürlich bleibt die Politik nicht außen vor – unmöglich wäre das, wenn man Jan Korte kennt und sein Engagement. Anekdoten aus seiner Kinder- und Jugendzeit im linksdrehenden Elternhaus, seine erste Jugendweiherede, die Unterschiede zwischen politischen Debatten im »Forum» (Ost) oder auf dem »Podium» (West) oder über den Sitzungssozialismus im Allgemeinen und den Handtuchparlamentarismus im Besonderen bieten neben herzlichen Lachern auch tiefere Einblicke ins Funktionieren politischer Arbeit jenseits der Scheinwerfer.

Auf eine kurzweilige Aneinanderreihung von Unterschieden hat es Jan Korte mit seinem Buch nicht abgesehen. Aus These (Ost oder West) und Antithese (West oder Ost) folgt bei ihm immer eine Synthese fürs gemeinsame Verständnis, das gemeinsame Verstehen. Hier, drüben, verstehen und nicht aufgeben – dieses Rezept trägt das Buch und lässt auf einen ebenso vergnüglichen Band II hoffen. 

Daniel Bartsch

Schlagwörter

FFP2-Masken kostenlos in meinen Bürgerbüros

Der Kauf von FFP2-Masken stellt für viele Menschen in meinem Wahlkreis, die ohnehin schon jeden Euro zweimal umdrehen müssen, eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Um an dieser Stelle ganz konkret zu helfen, habe ich nun 500 FFP2-Masken besorgt, die sich alle Einwohnerinnen und Einwohner in meinem Wahlkreis kostenlos zuschicken lassen oder zu den üblichen Sprechzeiten in meinen Bürgerbüros in Bernburg, Bitterfeld-Wolfen, Staßfurt oder Köthen abholen können...
Lesenswert
  • 18.02.2021, Publikationen

    Handeln statt Reagieren!

    Auch ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie schleppt sich die Bundesregierung Woche für Woche durch und zieht dabei das ganze Land hinter sich her. Dabei brauchen wir jetzt eine positive Perspektive für die Gesellschaft nach Corona.
Presseecho
  • 23.03.2021, Presseecho

    Aus der Corona-Krise ist eine Demokratie-Krise geworden.

    Entscheidungschaos, dubiose Spenden und CDU-Korruption: Aus der Corona-Krise ist eine Demokratie-Krise geworden. Wenn Kanzlerin Merkel eine Regierungskrise abwenden will, muss sie sofort handeln. Niedriger als die Zustimmung zu ihrer Corona-Politik ist nur noch das Vertrauen in die Integrität ihrer Parteikollegen. Jetzt muss absolute Transparenz her: Expertenanhörungen, Debatten und Entscheidungen über die Corona-Politik gehören in die Öffentlichkeit.
Vernetzt
Zum Seitenanfang springen, Zur Navigation springen, Zum Inhalt springen, Suche.