Jan Korte, MdB (DIE LINKE) (www.jan-korte.de)

Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland

05.04.2019

Zusammen mit vielen anderen namhaften Unterstützer*innen habe ich das vom Verein „Respekt für Griechenland“ initiierte Positionspapier „Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland“ unterschrieben.

Während der deutschen Besatzung von April 1941 bis September 1944 starben rund 300.000 Griechinnen und Griechen. Mehr als 1000 Dörfer wurden ganz oder teilweise zerstört. Wehrmacht und SS verübten zahlreiche bis heute ungesühnte Kriegsverbrechen und Massaker. Die jüdische Bevölkerung Griechenlands wurde beinahe vollständig in die deutschen Vernichtungslager Auschwitz und Treblinka transportiert und dort ermordet. Außerdem wurde Griechenland während des Zweiten Weltkriegs generalstabsmäßig durch die deutschen Besatzer ausgeraubt. Allein der Wert der dem Land 1942 auferlegten Zwangsanleihe beträgt nach heutigem Stand ohne Zinsen schätzungsweise 7 Milliarden Euro, mit Zinsen 11 Milliarden Euro.

Bundeskanzlerin Merkel hat sich zwar bei ihrem letzten Besuch in Athen im Januar 2019 zur Verantwortung Deutschlands für die Nazi-Verbrechen in Griechenland bekannt und erklärt: „Wir wissen, wie viel Leid Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus über Griechenland gebracht hat.“ Gleichzeitig lehnt die Bundesregierung jedoch weiterhin jegliche Reparationszahlungen und Wiedergutmachungen ab. Das darf und kann so nicht bleiben!

"Wenn Politik nicht mitnimmt"

Wenn eine Regierung sich nicht traut, den Konzernen auf die Füße zu treten, kommt genau das dabei heraus: Ein Schulterklopfer von der hardcore-neoliberalen Bertelsmann-Stiftung, mehr nicht. Die Große Koalition hat viele kleine Baustellen notdürftig geflickt, sich aber vor der Lösung der großen Probleme gedrückt.
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