Jan Korte, MdB (DIE LINKE) (www.jan-korte.de)

Grândola, Vila Morena

25.04.2018
Demonstration in Porto 1983 zum Gedenktag des 25 de Abril

Heute vor 44 Jahren stürzte die von weiten Teilen der Bevölkerung getragene „Bewegung der Streitkräfte“ in Portugal die seit 1933 andauernde konservativ-autoritäre Diktatur des Estado Nuevo unter Salazar und Caetano. Die nahezu unblutige Nelkenrevolution vom 25. April 1974 beendete damit nicht nur die längste faschistische Diktatur in Europa, sondern auch die Kolonialkriege in Angola und Mosambik. Hunderte politische Gefangene konnten u.a. aus dem berüchtigten Geheimdienstgefängnis in Tarrafal auf den Kapverden befreit werden, eine Generalamnestie für Deserteure und Kriegsdienstverweigerer wurde erlassen, Großgrundbesitzer im Alentejo wurden enteignet und basisdemokratische Räte in Stadtteilen und Fabriken eingesetzt. In dem kurzen Sommer der Freiheit hatte Portugal für einige Zeit die demokratischste Verfassung Europas mit sozialistischen Grundelementen, die zum Beispiel die Verstaatlichung vieler Unternehmen beinhaltete. Menschen weltweit verbanden mit der Nelkenrevolution die Hoffnung, dass eine bessere Welt möglich ist. Und sie leitete die Phase der Demokratisierung im Süden Europas ein: Bald darauf endeten auch die Diktaturen in Griechenland und Spanien.

 

Die Bedeutung der Nelkenrevolution fasste der Historiker António Louçã so zusammen: „Die Erinnerung ist der Beweis, dass die Revolution manchmal sehr nahe ist, und dennoch machen wir sie nicht. Sie ist der Beweis, dass es sich lohnt, ohne elitären Hochmut für ganz einfache und anscheinend bescheidene Sachen zu kämpfen. Denn manchmal entstehen aus diesen die großen Revolutionen.“

"Wenn Politik nicht mitnimmt"

Wenn eine Regierung sich nicht traut, den Konzernen auf die Füße zu treten, kommt genau das dabei heraus: Ein Schulterklopfer von der hardcore-neoliberalen Bertelsmann-Stiftung, mehr nicht. Die Große Koalition hat viele kleine Baustellen notdürftig geflickt, sich aber vor der Lösung der großen Probleme gedrückt.
Lesenswert
  • 15.07.2019, Geschichtspolitik

    Aller NS-Opfer gedenken

    Ein aktueller Artikel von Jan Korte und Ulla Jelpke zum Thema "Gedenkort für die Opfer des NS-Vernichtungskrieges in Osteuropa".
Presseecho
  • 12.08.2019, Geschichtspolitik

    "Würdiger Umgang mit Spee-Kapitän Langsdorff gefordert"

    Während Menschen wie Spee-Kapitän Langsdorff, die sich schon früh dem Irrsinn des NS-Vernichtungskrieges verweigerten und durch ihr Handeln viele Menschen retteten, bislang für die Bundeswehr als rotes Tuch gelten, werden andere, die für die mörderische Tradition der Marine stehen, immer noch geehrt. Die Traditionspflege der Bundeswehr muss dringend reformiert und endlich Antimilitaristen, Deserteure und Kriegsverräter, die sich dem NS-Vernichtungskrieg verweigerten, beispielgebend für die Bundeswehr werden.
Vernetzt
Zum Seitenanfang springen, Zur Navigation springen, Zum Inhalt springen, Suche.