Jan Korte, MdB (DIE LINKE) (www.jan-korte.de)

Erste Sitzungswoche nach der Sommerpause

14.09.2018

Die parlamentarische Sommerpause ist nun endgültig vorbei. Der Bundestag debattiert in dieser Woche den Haushaltsentwurf der Bundesregierung, bei dem es weder neue Ideen noch neue Impulse gibt. Doch die Schwarz-Rote Koalition werkelt nicht nur einfach weiter wie bisher, sie macht es immer schlimmer. Während der Verteidigungsetat massiv steigt, geht es beim Außenetat deutlich zurück. Das heißt auf gut Deutsch: mehr schießen und weniger reden. Das Thema der Woche war aber vor allem Hans-Georg Maaßen, der von einem Skandal zum nächsten jagende Präsident des Inlandsgeheimdienstes. Dass Maaßen rechte Gewalt verharmlost, Verschwörungstheorien verbreitet und eine spezielle Nähe zur AfD pflegt, sind für seinen Dienstherrn Bundesinnenminister Seehofer offenbar eher alles Gründe, um an ihm festzuhalten, als ihn endlich zu entlassen.

Damit aber nicht genug: In meinem Wahlkreis kommt es zu einem tragischen Todesfall. Ein 22jähriger Köthener stirbt an einem Herzinfarkt nach einer Auseinandersetzung, in die auch mehrere afghanische Geflüchtete verwickelt waren. In der Folge versuchen Rechtsextremisten die Trauer für ihr braunes rassistisches Süppchen zu missbrauchen. Bei meinen Gesprächen mit dem Bürgermeister Bernd Hauschildt (SPD) und unserer Landtagsabgeordneten Christina Buchheim am Mittwoch in Köthen konnte ich mir ein Bild von der Lage und Stimmung vor Ort machen. Zusammen mit meinem Wahlkreiskollegen Kees de Vries von der CDU habe ich mich in einer Erklärung entschieden gegen die Instrumentalisierung dieses tragischen Ereignisses sowie Vorverurteilungen jeglicher Art gewendet und die Bürger*innen um Besonnenheit gebeten.

Aber auch sonst standen und stehen für mich als Erster Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer (PGF) natürlich wieder viele wichtige Termine auf dem Programm: Bürorunden mit meinem Team, Sitzungen von Fraktionsvorstand und Fraktion, Personalgespräche, Presseinterviews, der SommerMedienTreff der Fraktion, ein Gespräch mit dem Geschäftsführer der RLS zu „100 Jahre KPD-Verbot“, Sitzungen von Ältestenrat und mit den PGF der anderen Fraktionen.

Sehr angenehm und anregend war der Besuch einer Bürgerdelegation aus Dzerchinsk, der russischen Partnerstadt von Bitterfeld in meinem Wahlkreis. Emotional bewegend war die heutige Verabschiedung von Eva Kahrs, der langjährigen Leiterin des PGF-Büros der Bundestagsfraktion, der ich in meiner Rede für ihre unermüdliche und hervorragende Arbeit gar nicht genug danken konnte. Schön, dass so viele Kolleg*innen und Weggefährt*innen gekommen waren.

"Wenn Politik nicht mitnimmt"

Wenn eine Regierung sich nicht traut, den Konzernen auf die Füße zu treten, kommt genau das dabei heraus: Ein Schulterklopfer von der hardcore-neoliberalen Bertelsmann-Stiftung, mehr nicht. Die Große Koalition hat viele kleine Baustellen notdürftig geflickt, sich aber vor der Lösung der großen Probleme gedrückt.
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    Aller NS-Opfer gedenken

    Ein aktueller Artikel von Jan Korte und Ulla Jelpke zum Thema "Gedenkort für die Opfer des NS-Vernichtungskrieges in Osteuropa".
Presseecho
  • 12.08.2019, Geschichtspolitik

    "Würdiger Umgang mit Spee-Kapitän Langsdorff gefordert"

    Während Menschen wie Spee-Kapitän Langsdorff, die sich schon früh dem Irrsinn des NS-Vernichtungskrieges verweigerten und durch ihr Handeln viele Menschen retteten, bislang für die Bundeswehr als rotes Tuch gelten, werden andere, die für die mörderische Tradition der Marine stehen, immer noch geehrt. Die Traditionspflege der Bundeswehr muss dringend reformiert und endlich Antimilitaristen, Deserteure und Kriegsverräter, die sich dem NS-Vernichtungskrieg verweigerten, beispielgebend für die Bundeswehr werden.
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