Jan Korte, MdB (DIE LINKE) (www.jan-korte.de)

Über zweierlei Maß deutscher Außenpolitik

01.11.2019

Seit Mitte Oktober gibt es in Chile, das nach dem faschistischen Militärputsch 1973 zum neoliberalen Laboratorium wurde, Massenproteste gegen die zunehmende soziale Ungerechtigkeit im Land. Ausgelöst durch die Erhöhung der U-Bahn-Preise in der Hauptstadt Santiago de Chile, haben sie längst das ganze Land ergriffen. Die Demonstantinnen und Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung des 69-jährigen rechtskonservativen Staatschefs Piñera, eine neue Verfassung (die aktuelle stammt noch aus der Zeit der Pinochet-Diktatur) und eine grundlegende Änderung der Wirtschaftspolitik. Am 25. Oktober nahmen in Santiago etwa 1,2 Millionen Menschen an der von Gewerkschaften und Sozialorganisationen organisierten größten Demonstration in der Geschichte des Landes teil.

Piñera rief kurz nach Beginn der Proteste am 20. Oktober 2019 den Notstand aus und ließ – erstmals seit dem Ende der Militärdiktatur – die Streitkräfte in der Hauptstadt patrouillieren und mit massiver Gewalt von Polizei und Militär gegen die Demonstrierenden vorgehen.

Nach Zahlen des Nationalen Instituts für Menschenrechte wurde bisher während der Proteste 146 Personen ins Auge geschossen. Insgesamt gibt es 1.305 Verletzte in Krankenhäusern, 4.271 Festnahmen und Regierungsangaben zufolge 20 Tote. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich sehr viel höher.

Anders als bei den Massenprotesten gegen die gewählte Regierung Venezuelas, zu denen die Große Koalition sich sofort und parteiisch auf der Seite der Protestierenden äußerte und sogar eine Aktuelle Stunde im Bundestag anberaunte, herrscht nun seitens der Bundesregierung und des Bundesaußenministers Heiko Maas absolute Funkstille!

Der Maßstab für die Bewertung, ab wann sich die Bundesregierung solidarisch mit Protestbewegungen im Ausland erklärt, scheinen jedenfalls nicht Menschenrechte, Demokratie und soziale Gerechtigkeit zu sein.

"Die Verantwortung der Linken"

Seit einigen Jahren gibt es in der Linken – ob es nun Mitglieder der SPD, der Grünen, der Linken oder parteilose Bewegungslinke sind – immer wieder Debatten darum, was der richtige Weg sei. In diesen Konflikt greift Jan Korte ein und stellt harte Forderungen auf.
Lesenswert
  • 22.12.2019, Presseecho

    "Wir wollen radikal etwas verändern"

    "Wenn man Protest mit Gestaltungswillen vereinen will, ist die Linke die erste Adresse. Weil wir die einzige Partei sind, die sich mit den wirtschaftlich Mächtigen in diesem Land anlegt. Wir wollen denen da oben etwas wegnehmen, um es den hart Arbeitenden da unten zu geben. Die AfD spielt die Schwächsten gegen die Schwachen aus, davon haben nur die Manager in den Konzernzentralen etwas", sagt Jan Korte im Interview mit der Volksstimme am 21.12.2019
Presseecho
  • 07.01.2020, Presseecho

    "Bundesregierung ächzt unter tausenden parlamentarischen Anfragen"

    Die Bundesregierung beschwert sich über zu viele Anfragen der Oppositionsfraktionen, darüber berichtet die WELT. Für meine Fraktion habe ich gegenüber dem Kanzleramt klargestellt: Würden die Bundesministerien transparent und für alle nachvollziehbar arbeiten, müssen wir als Fraktion DIE LINKE. im Bundestag nicht so viele Anfragen stellen.
Vernetzt
Zum Seitenanfang springen, Zur Navigation springen, Zum Inhalt springen, Suche.