Jan Korte, MdB (DIE LINKE) (www.jan-korte.de)

Bundesregierung negiert Studien zu Ungleichheit

07.11.2019

Die Ungleichheit in der Bundesrepublik nimmt zu. Zu diesem Ergebnis sind etliche Studien in diesem Jahr gekommen, unter anderen das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung WSI, der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Friedrich-Ebert-Stiftung oder das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Unsere Gesellschaft driftet immer weiter auseinander. Dieser Grad der Ungleichheit führt zur Erosion der Demokratie - keine Gesellschaft hält so einen Zustand auf Dauer aus.

Am 8. Oktober habe ich deshalb in einen Brief an das Bundeskanzleramt für die Fraktion DIE LINKE eine Regierungserklärung durch die Kanzlerin gefordert. Die Bundesregierung sollte der Bevölkerung und dem Bundestag dringend ihre Haltung zu der Entwicklung darlegen und erklären, welche Maßnahmen sie ergreifen wird um die wachsende Ungerechtigkeit im Land in den Griff zu bekommen.

Drei Wochen später kam jetzt die Absage aus dem Kanzleramt. Man würde erstens ständig über Soziales im Plenum sprechen, eine Regierungserklärung wäre deshalb nicht nötig. Man teile zudem "die Einschätzung nicht, dass die Ungleichheit in der Gesellschaft steigt". Dass die Bundesregierung sich zu der besorgniserregenden Entwicklung unserer Gesellschaft nicht äußert ist das eine - eine neue Qualität ist es aber, dass sie stattdessen Faktenverweigerung betreibt und aus Studien rennomierter Institute (das DIW ist das größte Wirtschaftsforschungsinstitut in der Bundesrepublik) Einschätzungen macht, die man interpretieren kann, wie man will. Das ist einer Bundesregierung nicht würdig.

Hilfe beim Homeschooling

Wer wie ich schulpflichtige Kinder hat, weiß dass man zum Homeschooling mehr braucht, als eine bloße Internetleitung. Um das Beste aus der jetzigen Situation zu machen, helfen auch mein Team und ich gerne mit – unbürokratisch und kostenlos.
Lesenswert
  • 07.12.2020, Geschichtspolitik

    Eine wichtige symbolische Geste

    Vor 50 Jahren, am 7. Dezember 1970, kniete der damalige Bundeskanzler Willy Brandt vor dem Mahnmal für die Opfer des Aufstandes im Warschauer Getto. Für mich war und ist dies die größte Geste der deutschen Politik in der Nachkriegsgeschichte überhaupt. Ein entschiedener Gegner der Nazis, der selber verfolgt wurde und sich persönlich für nichts entschuldigen musste, bat um Vergebung für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs.
Presseecho
  • 05.01.2021, Presseecho

    Kritik an Corona-Beschlüssen: »Pauschal leider unverhältnismäßig«

    Das gehandelt werden muss, ist völlig unbestritten. Aber wer ohne Vermittlung und vorherige breite Debatte den Bewegungsradius der Menschen auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzt und die Kontaktbeschränkungen massiv verschärft, hat offensichtlich immer noch nicht begriffen, dass Akzeptanz auf nachvollziehbaren, logischen und verhältnismäßigen Regeln erwächst ...
Vernetzt
Zum Seitenanfang springen, Zur Navigation springen, Zum Inhalt springen, Suche.